FAQ

Aluminium beschichten:

Bevor man Aluminium beschichten kann, muss die Oxidschicht entfernt werden und sofort ohne Sauerstoffzufuhr eine Oxidationsbeständige Schicht erzeugt werden. Dies erzeugt man durch den Aluminiumaktivator. Dieser löst die Oxidschicht und erzeugt eine Schicht aus Zink. Wir bieten einen Aluminiumaktivator niedriger Viskosität an, da die Wahrscheinlichkeit das sich später Blasen unter der Beschichtung bilden geringer ist (geringere Zurückhaltung von Lösung durch poröse Kokillengussstücke).

Bei einigen Aluminiumlegierungen muss zuvor geätzt werden, teilweise auch die Zinkschicht nochmal geätzt werden und dann nochmal mit Aluminiumaktivator behandelt werden.

Da Zink nicht gegen Säure beständig ist muss darauf zuerst eine Schicht aus einem basischen Elektrolyt (Kupfer basisch). Nun kann darauf der saure Kupferelektrolyt angewendet werden und ggf. eine weitere Beschichtung erfolgen.


Ätzen / Beizen:

Wird verwendet, damit die Beschichtung sich besser mit dem Grundwerkstoff verbinden kann. Zum Teil lassen sich Verunreigungen entfernen. Dient dem Aktivieren (z.B. Oxide entfernen) des Grundmetalls für eine weitere Beschichtung.


Chrom beschichten:

Aufgrund der Bildung einer schützenden Oxidschicht wird die Beschichtung nicht haftfest.

Dies kann mit dem Chromentferner entfernt werden. Dieser enthält auch Zusätze um die Bildung des hochgiftigen sechswertigen Chroms zu unterbinden. Unter Chromschichten ist i.d.R. eine Nickelschicht, diese muss aktiviert werden und zügig beschichtet werden, da sich sonst wieder eine Oxidschicht bildet.


Edelstahl beschichten:

Um Edelstahl haltbar zu beschichten muss die Oxidschicht und das Chrom (in der Legierung) mittels eines sogenannten Nickel-Strike (oder Gold-Strike) entfernt werden. Dieser reduziert die Oxide der Oberfläche, löst Chrom auf und erzeugt eine Grundschicht aus Nickel.


Einebnung:

Bei Elektrolyten mit guter Einebnung lassen sich die feinen Unebenheiten ausgleichen. Die Oberfläche wird glatter.


Entfetten:

Ganz wichtig zur Vorbehandlung. Auf Harzen, Fetten und Ölen wird die Beschichtung nicht haftfest, bzw. bleibt aus. Manche verwenden Aceton (leichtentzündlich), dies besitzt allerdings ein beschränktes Lösevermögen für Fette und Öle (Harze und Flussmittel werden gut gelöst). Am beliebtesten war Trichlorethen, welches aber aufgrund seiner Giftigkeit ersetzt wurde.


Glanz:

Der Glanz entsteht durch eine feinkristalline Abscheidung der Beschichtung. Ist der Grundwerkstoff matt bleibt auch der Überzug matt (ggf. leichte Verbesserung).


Gold-Strike:

Erzeugt eine dünne Goldschicht, wird verwendet um z.B. auf Kupfer stromlos dickeres Gold abzuscheiden um zu verhindern, dass Kupfer aufgelöst wird und das stromlos Gold mit diesem legiert (Diffusion von Kupfer ins Gold findet statt). Auf Edelstahl, um eine haftfeste Schicht aus Gold aufzubringen, auf welche dann weiter vergoldet (auch stromlos) werden kann.


Nickel beschichten:

Um Nickel zu beschichten sollte dies vorher von Oxiden befreit werden. Die Vorbehandlung kann entfallen, wenn die Nickelschicht erst kurz zuvor hergestellt wurde (das zu beschichtende Teil sollte nicht zu lange an der Luft liegen).


Nickel-Strike:

Viel für Edelstahl verwendet um die Haftfestigkeit zu erhöhen. Dieser ätzt die Oberfläche an, löst Chrom (aus der Legierung) auf und erzeugt eine Grundschicht aus Nickel. Wird auch verwendet für bereits vernickelte Oberflächen, welche länger der Luft ausgesetzt waren.


Nickel stromlos abscheiden:

Da Nickel für Kupfer zu unedel ist (Abscheidung bleibt aus) muss vorher eine dünne Schicht Palladium aufgetragen werden. Dies ist katalytisch aktiv und erlaubt die stromlose Abscheidung des Nickels.


Reihenfolge der Beschichtung:

Man verwendet meist folgende Schichtreihenfolge: Glanzkupfer (gute Einebnung verbleibender Rauhigkeit), dann Nickel (als Diffusionssperrschicht) und dann die erwünschte Schicht (z.B. Gold, Silber, Chrom).

Gegebenenfalls wird vorher noch entsprechend Vorbehandelt (z.B. Aluminium mit Zinkatbeize, dann Kupfer basisch, dann Kupfer sauer).


Streuung:

Bei guter Streuung wird auch an strombenachteiligten Stellen Metall abgeschieden. Ist die Streuung schlecht, erfolgt die Abscheidung auf dem Werkstück nur direkt gegenüber der Anode. Dies kann man ausgleichen mit geformten Anoden, die an den Artikel angepasst sind.


Vergolden:

Um einen Gegenstand zu vergolden sollte auf Kupfer eine Zwischenschicht aus Nickel aufgetragen werden, da das Kupfer in die Goldschicht hineindiffundiert und das Gold verfärbt.


Zink-Nickel:

Deutlich besserer Korrosionsschutz als eine reine Zinkbeschichtung. Die Beständigkeit gegen Rost beträgt ca. das 5-fache einer reinen Zinkbeschichtung.